Rassebeschreibung „Entlebucher Sennenhund“

Der Entlebucher Sennenhund ist neben dem Appenzeller, dem Berner und dem Großen Schweizer Sennenhund die kleinste der vier Sennenhundrassen. Seine Vorfahren waren seit Jahrhunderten als Hüter und Treiber der Viehherden sowie als Wächter und Zughunde am Hof im Einsatz. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Kynologen im Bereich um Luzern und Bern, im Tal Entlebuch, im Tal der Aare und im Tal des Schärglibaches Hunde, die unserem heutigen Entlebucher sehr ähnlich waren. In der Schweiz existiert daher neben dem „Entlibucher“ auch noch die Bezeichnung „Schärglibacher“. Offiziell wurden Entlebucher und Appenzeller zu dieser Zeit aber noch nicht unterschieden. Erst 1914 wurden die ersten Entlebucher als eigene Rasse in das Schweizerische Hundestammbuch eingetragen. 1926 folgte die Gründung des Schweizerischen Klubs für Entlebucher Sennenhunde, 1927 die Verfassung des ersten Rassestandards.

Demnach sind Hündinnen 42 bis 48 cm, Rüden 44 bis 50 cm groß. Die Figur ist dabei kompakt und leicht in die Länge gestreckt. Der Entlebucher ist wie alle Sennenhunde dreifarbig: Die Grundfarbe ist Schwarz mit gelb- bis rostbraunen und weißen Abzeichen. Das Fell wird beschrieben als „kurz, fest anliegend, hart und glänzend“ mit dichter Unterwolle. Babeli von der Rothöhe war Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Hündin, mit der die gezielte Wiederaufzucht startete. Sie hatte eine Stummelrute. In manchen Linien setzt sich diese bis heute fort - so werden 10 Prozent der Entlebucher mit kurzer Rute geboren. Sonst ist die Rute lang und gerade hängend.

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Obwohl der Entlebucher keine große Rasse ist, treten leider häufig Hüftgelenksdysplasien (HD) auf. Außerdem leiden viele Entlebucher an erblichen Augenkrankheiten wie Grauem Star (Katarakt), Progressiver Retinaatrophie (PRA) und Goniodysplasie, einer Missbildung des Kammerwinkels im Auge, die bei starker Ausprägung und zu später Behandlung schlimmstenfalls zur Erblindung führen kann.

Seine Geschichte als Treib-, Hüte-, Wach- und Hofhund bestimmt immer noch die rassetypischen Eigenschaften des Entlebuchers: Er ist temperamentvoll, schnell und wendig, voller Arbeitseifer. Es ist allerdings gar nicht so einfach, diesen in bestimmte Bahnen zu lenken - denn als Treibhund ist er es gewohnt, Entscheidungen selbst zu treffen und selbstständig zu handeln. Dazu kommt oft eine ausgeprägte territoriale Motivation, die er gern bellend kundtut. Fremde Menschen und Hunde sind im eigenen „Revier“ meist nicht so gern gesehen, er gilt Fremden gegenüber sogar als eher misstrauisch. Bei seinen eigenen Menschen ist er dagegen sehr anhänglich.

Der Entlebucher ist somit definitiv kein Hund für bequeme Menschen. Er muss konsequent und einfühlsam erzogen und dabei sinnvoll beschäftigt werden, beispielsweise mit Treibball, Distanztraining und Revieren. Aber auch für andere Beschäftigungsformen wie Apportieren, Nasenarbeit und Agility sind die kompakten kleinen Sportler je nach Hund (und Mensch) zu motivieren. Wichtig ist, dass seine Menschen von Beginn an selbst territoriale Verantwortung übernehmen und viel Impulskontrolle mit ihm trainieren - vor allem in Situationen mit Besuch und wenn Kinder in der Familie sind. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass er nicht nur seiner Wachhund-, sondern auch seiner Treibhundvergangenheit alle Ehre macht.


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