Mit dem Hund im Auto ins Wochenende oder in den Urlaub fahren


Wie man es trainiert und was man beachten sollte erklärt Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh:
Mit dem Frühling und dem Sommer kommt die Urlaubszeit und damit für viele Hundehalter auch die Autofahrt in den Urlaub. Für einige Hunde bedeutet Autofahren allerdings Stress, weil sie es nie richtig gelernt haben, sondern sie einfach ohne Eingewöhnung ins Auto verfrachtet wurden. Das kann für den Hund nicht nur stressig sein, sondern schlimmstenfalls sogar ein Autofahrtrauma hervorrufen. Also nehmt euch Zeit und gewöhnt eure Hunde ans Autofahren - so wird wird der Urlaub sowohl für euch als auch für eure Hunde entspannt. :-)

Wie kann ich meinen Hund am besten im Auto transportieren?
Das hängt zum einen vom Auto beziehungsweise dem Platzangebot und auch ganz vom Hund ab. Manche Hunde fahren gern im Kofferraum auf einer kuscheligen Decke oder in ihrem Körbchen. In dem Fall sollte der Kofferraum natürlich mit einem dafür vorgesehenen Gitter vom Fahrgastraum abgetrennt sein. Denn bei einer Vollbremsung oder einem Unfall ist das dann nicht nur für den Hund gefährlich: Hunde, die ungesichert im Auto mitfahren, werden in solchen Situationen zu einem lebensgefährlichen Geschoss für alle Personen im Auto. Alternativ kann der Hund auch in einer Transportbox mitfahren, die ebenfalls im Kofferraum oder auf dem Rücksitz platziert und befestigt wird. Denn manche Hund haben lieber eine „Höhle“, in der sie sich beim Fahren sicher fühlen. Wieder andere Hunde fahren überhaupt nicht gern im Kofferraum mit. Das liegt daran, dass das Auto hinten natürlich am meisten schaukelt - man kann das mit einer Fahrt im Bus vergleichen, bei der man ganz hinten sitzt. Für diese Kandidaten kommt ein spezielles Brustgeschirr zum Autofahren mit einem Adapter für den Verschluss vom Sicherheitsgurt auf der Rückbank infrage. Aber egal, für welche Variante man sich entscheidet - man muss das Fahren im Auto trainieren und den Hund langsam daran gewöhnen.

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Wie schafft man es, dass der Hund gern Auto fährt? Wichtig ist, dass der Hund in kleinen Schritten lernt, dass Autofahren nicht unangenehm ist. Der Mensch sollte damit beginnen, das Auto zu einem positiven Ort für den Hund zu machen. Man könnte ihn dort zunächst füttern und ein paar Futterstücke verstecken, die es zu suchen gilt. Nach einigen Tagen kann man die Übungen mit laufendem Motor durchführen. Dazu sollte sich der Mensch ins Auto setzen, so als würde er gleich losfahren. Fühlt sich der Hund wohl, kann man ein paar Meter fahren und die Fahrzeit und Geschwindigkeit an den Folgetagen steigern. Dabei muss man stets im Blick haben, wann der Hund noch entspannt ist und mit dem Training aufhören, bevor der Hund sich nicht mehr wohl fühlt.

Wie führe ich den Hund an eine Transportbox heran? Das lässt sich zunächst prima in der Wohnung trainieren: Man wirft ein begehrtes Leckerchen oder Spielzeug in die Box und lässt es vom Hund herausholen. Anfangs liegt die Belohnung vorn, sodass er noch nicht ganz in die Box hinein muss, später weiter hinten. Klappt das, kann man mehr Futter in die Box legen, sodass der Hund eine längere Zeit darin bleiben muss. Im nächsten Schritt darf der Hund einen Kauknochen in der Box verzehren. Will er die Box damit verlassen, nimmt man den Knochen wieder ab, er darf ihn nur in der Box behalten. Geht der Hund nun ohne Zögern in die Box, kann man die Tür zum ersten Mal schließen, allerdings nur kurz. Die Zeit, in der die Tür verriegelt ist, sollte man langsam steigern, dabei aber in der Nähe bleiben. Der Hund darf nicht das Gefühl bekommen, weggesperrt zu werden.

Was kann ich tun, wenn der Hund im Auto ständig bellt? Hunde können es einfach nicht ertragen, dass sie nicht beachtet werden. Normalerweise beschäftigt sich der Mensch den ganzen Tag immer wieder mit seinem Hund, spricht pausenlos auf ihn ein und liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Und nun soll der Hund hinten im Auto warten, während sich der Mensch auf den Verkehr konzentriert. Diese Ignoranz ist der Hund nicht gewohnt. Und so fängt er an, auf sich aufmerksam zu machen, erst durch leises Fiepen, dann durch forderndes Jaulen und Bellen. In einem solchen Fall sollte man den Hund vollkommen ignorieren. Jede Reaktion würde ihn bestärken. Selbst Schimpfen ist letztendlich eine Form der Aufmerksamkeit.

Einige Hunde sind im Auto sehr unruhig und bellen. Woran liegt das? Es kann sein, dass der Hund sehr unruhig ist, vielleicht auch bellt, weil er weiß, dass nun bald etwas Spannendes passiert. Denn häufig wird ein Hund nur dann im Auto mitgenommen, wenn es zum Spazieren geht. Um das zu trainieren, kann man oft mit dem Hund an eine Stelle fahren, an der einfach nichts passiert. Man kann zum Beispiel ein Buch oder ein Tablet mitnehmen und gemütlich im Auto sitzen und lesen. Wenn sich der Hund nach einiger Zeit beruhigt hat und hinlegt, fährt man wieder nach Hause und beendet das Training.

Was kann man tun, wenn dem Vierbeiner beim Fahren ständig übel wird? Helfen Medikamente? Bei Reiseübelkeit sollte man auf Training statt auf Medikamente setzen. Oft lernt ein Welpe das Autofahren erst kennen, wenn er von den neuen Haltern abgeholt wird. Die Aufregung über die Trennung von Mama zusammen mit dem unbekannten Schaukeln führen dann dazu, dass sich der Kleine übergeben muss. Und das prägt sich in sein Gedächtnis ein, sodass ihm auch später immer schlecht wird. Viele junge Hunde besitzen zudem einen sensiblen Gleichgewichtssinn. Mit dem richtigen Training, angefangen mit kurzen Fahrten, gewöhnen sich die Hunde aber häufig an das Schaukeln des Autos. Zudem sollte man im Falle der Übelkeit den Hund vor der Fahrt nicht füttern.

Bitte denkt bei der Fahrt in den Urlaub natürlich außerdem daran, Pausen für euch und euren Hund einzubauen! Manche Hunde sind zufrieden mit einem Stopp an der Raststätte, wo sie sich die Beine vertreten können und nach ein paar Futtersuchspielen auch gern wieder ins Auto einsteigen. Da ist es aber natürlich laut, viele andere Autos und LKW brausen vorbei. Wenn das für euren Hund Stress bedeutet, fahrt lieber von der Autobahn ab und sucht euch eine Stelle, an der ihr richtig im Grünen spazieren gehen könnt.

Und zum Schluss: Wasser, Napf, Futter, Hundedecke und gegebenenfalls Spielzeug gehören bei Fahrten mit dem Hund natürlich immer ins Gepäck. In diesem Sinne - gute Fahrt und ganz viel Spaß mit euren Hunden unterwegs!

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