Wie bin ich auf den Hund gekommen?

Durch Zufall.

Mein Hündin Ayla wurde am 3. Februar 2001 in einem Vorort von Kiel geboren. Damals war ich Schülerin, kurz vor dem Abitur, lebte in einem kleinen Dorf ganz oben an der dänischen Grenze bei meinen Eltern. Mein damaliger Freund bewohnte einen kleinen Reiterhof mit Pferden, wo auch mein eigenes unterstand. Nach dem Verlust seines alten „Hofhundes“ wollte er gerne wieder einen Hund haben.

Ich besuchte an einem Wochenende meine Schwester in Kiel. Am Samstag erzählte mir mein Freund am Telefon, dass er gerade in einer landwirtschaftlichen Zeitung eine Annonce mit Welpen gesehen hat. „Ich möge da mal vorbei fahren und wenn die Hunde ‚ganz nett‘ sind, könnte ich ja vielleicht gleich einen mitnehmen.“

Gesagt, getan. Ayla kam durch einen Vorgarten auf mich zugetapst und ich war schockverliebt! Heute schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen! Ich wusste nichts von Hunden. Wie fast alle Kinder hatte ich mir natürlich immer einen gewünscht und ich wollte auch lange Zeit Tierärztin werden, so wie alle Jungen mal Feuerwehrmann. Nur so richtig zum Hundehalter qualifiziert einen das wohl auch nicht.
Und nun hatte ich also plötzlich einen Hund auf dem Schoß. Ja, genau. Auf dem Schoß. Ich hatte keine Leine, keine Transportbox, nicht einmal Futter! Ich wußte auch nicht, wie groß der Hund werden wird und über ein Lebensalter von über 10 Jahren und ähnliches machte ich mir schon gar keine Gedanken. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es wohl zum Glück (!) auch die Ausnahme sein dürfte, dass Welpen einer „dahergelaufenen“ Schülerin mit offensichtlich nicht besonders großer Hundeerfahrung, ohne weitere Nachfragen mitgegeben werden, um dann als Hofhund auf einem kleinen Pferdebetrieb bei Ihrem Freund zu leben.

In der Stadtwohnung meiner Schwester im 5. Stock angekommen, bekam Ayla also zwei Schwarzbrote mit dick Leberwurst bestrichen. Natürlich hat sie auf den Teppich gepinkelt, den Mülleimer auseinander gerupft und mit den Kissen getobt. Auf der Rückfahrt nach Nordfriesland, wo sie nun ja leben sollte, hat sie bitterlich geweint und ist durchs Auto getobt. Gott sei Dank sind wir trotzdem heil angekommen.

Dann sollte sie in der Scheune schlafen – sollte ja schließlich ein Hofhund werden. Das klappte ungefähr eine Stunde lang: Der keine Hund stand in der Scheune und hat gejault und ich stand in der Küche und habe Rotz und Wasser geheult. Gegen 22 Uhr zog Ayla dann um in unser Schlafzimmer ;)

In den nächsten Tagen stellte mein Freund dann fest, dass ein Welpe nicht plötzlich ein Hofhund ist und nur noch vor dem Scheunentor liegt und schläft. Ayla war ein Mix aus Berner-Sennenhund, Border Collie und Gordon Setter. Sie war unternehmungslustig. Daher wurde sie in der Zeit, wo ich in der Schule war und mein Freund arbeiten musste, in der Scheune gelassen, damit sie nicht durchs Dorf lief.
In diesem Sommer bin ich sofort nach der Schule zum Stall gedüst und habe den Hund „befreit“. Und ich habe mich in einer Welpenschule angemeldet. Leider wurde dort viel mit Druck und Zwang gemacht, was weder meinem noch Aylas Natur entsprach. Ich dachte zu dem Zeitpunkt leider, das wäre normal und so erzieht man eben einen Hund.
Nichtsdestotrotz wuchsen wir prima zusammen. Auf meinen Ausritten hat Ayla mich begleitet, sie hörte quasi auf Wimpernschlag und ich habe diesen Hund mit jeder Faser geliebt . Mein Freund und ich trennten uns dann und es gab einen kleinen Rosenkrieg um den Hund. Ayla blieb letztendlich bei mir.
NUR… ich habe im nächsten Herbst angefangen zu studieren, in Hamburg, mit einer Wohnung im 3 Stock, mit ganzen 34 m² Wohnfläche. Für einen 55 cm großen Jagd-Hüte-Beschütz-mich-Hund auch nicht ganz die perfekte Lebensform. Letztendlich hat Ayla dann viel Zeit bei meinen Eltern verbracht, die zwar nie einen Hund wollten, aber immerhin 3000 m² Garten und ein großes Herz und schließlich schon vorher 3 Kinder großgezogen haben.

In Summe kann man wohl sagen, dass Ayla so ziemlich alle Station von „So sollte man es nicht machen“ mit mir durchlaufen hat! Aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer. Auf einige „Was wäre wenn…“, „hätte ich doch mal…“, „schade, dass man nicht gleich…“ hätte ich in jedem Fall gerne verzichtet. Und genau das bestärkt mich immer wieder darin, den Hundemeister zu fördern und all die Erfahrungen, die wir selbst als Hundebesitzer und nun in den vielen Jahren Berufserfahrung und Austausch mit Kollegen und Kunden gemacht haben, weiter zu geben.

Vor 4 Jahren musste Ayla leider wegen einem Krebsgeschwür eingeschläfert werden. Mein Vater und ich haben sie dabei im Arm gehalten. Leben kommt und Leben geht. In der gleichen Woche stellte ich fest, dass ich mit meiner Tochter schwanger bin. Nun sind meine beiden Kinder 3 und 4 Jahre alt – und sie möchten gerne einen Hund haben!

Und ich? Ich halte mich bisher noch bedeckt. Aber klammheimlich kreisen meine Gedanken auch schon um unser nächstes Familienmitglied. Und dieses Mal mache ich einiges anders! Das verspreche ich! ☺








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