Blick hinter die Kulissen - der Hund als „Arbeitskollege“

Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh über die Begleitung ihrer beiden Hunde bei der Arbeit als Hundetrainerin

Natürlich sind unsere beiden Hunde - Straßenhund-Mix Luna und Labrador Retriever Cash - ganz normale vierbeinige Familienmitglieder - und das tatsächlich in erster Linie. Aber sie sind auch Helfer, Unterstützer, Models, Entschleuniger und damit wichtige Arbeitskollegen in der Martin Rütter DOGS Hundeschule, die ich gemeinsam mit meinen Mann Lars betreibe.

Bevor der Arbeitstag überhaupt erst losgeht, gibt es selbstverständlich den ersten Spaziergang für die beiden. Nach einer ausgiebigen Runde mit Such- und Apportierspielen geht es los zur Arbeit. Cash begleitet normalerweise Lars, Luna fährt meist mit zu meinen Trainings. Je nach dem, was dann als erstes ansteht, genießen die beiden manchmal erst einmal nur ein entspanntes Vormittagsnickerchen auf einer Decke am Rand des Trainingsgeländes. Oft gibt es aber auch schon einen ersten „Arbeitseinsatz“. Beispielsweise bei einem Einzeltraining, bei dem ich als Trainer testen möchte, wie der Hund des Kunden sich anderen Hunden gegenüber verhält. Ist der andere Hund „nett“, gibt es also schon mal einen kurzen Freilauf, um Körpersprache und Kommunikation unter den Hunden beobachten und erklären zu können.



Geht es um das Thema Aggression, treffen wir natürlich alle Vorsichtsmaßnahmen, um unsere Hunde bei solchen Tests zu schützen. Dann gibt es keinen Freilauf, sondern eher eine Begegnung am Zaun oder mit viel Abstand an der Leine. Denn wir haben eine Abmachung mit den beiden getroffen: Wir bringen sie in keine Situation, die für sie belastend oder unangenehm wird. Nur so können sie sich auf uns und wir uns auf sie verlassen und nur so können wir partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Was für Luna und Cash noch in Ordnung oder tatsächlich zu viel ist, bewerten wir natürlich bei beiden ganz individuell. Luna ist eine eher unsichere Hündin aus dem spanischen Auslandstierschutz. Sie hat sich in den letzten Jahren zwar ganz toll entwickelt, aber soll sich natürlich niemals überfordert fühlen. Insofern ist bei ihr noch etwas früher „Schluss“ als bei Cash, der zwar auch sensibel ist, aber doch ein deutlich dickeres Fell hat, wenn er zum Beispiel mal von weitem von einem anderen Hund an der Leine angepöbelt wird. Man merkt aber beiden Hunden an, dass sie immer genau wissen, wann sie bei der Arbeit sind. Dann sind sie immer regelrecht cool und verhalten sie sich tatsächlich anders als in ihrer „Freizeit“.



Es gibt aber vor allem ganz viele Einsätze für die beiden, die ihnen einfach nur Spaß machen. Und diese Einsätze sollen auch ganz im Vordergrund stehen, haben wir entschieden. Luna liebt es zum Beispiel, Kindergartentante in der Welpen- oder Junghundegruppe zu spielen. Dann darf sie erst so tun, als würde das Spiel der Kleinen sie gar nicht interessieren, um nach fünf Minuten doch begeistert mit ins Bällebad zu springen. Cash ist mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht, Übungen „vorzumachen“. Das machen wir normalerweise nicht oft, aber manchmal ist es auch ganz praktisch, zu zeigen, wie eine Übung nachher aussehen soll.

Das Wichtigste ist aber, dass unsere beiden Vierbeiner auch ganz viel dazu beitragen, unseren Alltag zu entschleunigen. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass wir unsere Mittagspause regelmäßig einhalten, um einen Spaziergang mit den beiden zu machen. Egal wie viel zu tun ist, die Zeit muss einfach sein. Und egal wo wir gerade unterwegs sind - beschäftigen kann man die Hunde überall. Bei der Büroarbeit, die natürlich neben den ganzen schönen Terminen an der frischen Luft auch noch anfällt, liegen sie auf ihren Decken im Arbeitszimmer und stauben die eine oder andere Streicheleinheit ab. Wir wissen also schon lange: Arbeitskollege Hund verbessert das Arbeitsklima, senkt den Stress und macht uns einfach glücklich.



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